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SDG 05 - Geschlechtergleichheit
Gleichstellung aller Geschlechter und Stärkung der Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen, denn noch immer besteht ein weltweites Ungleichgewicht.

Fakten

Ziel

Die Gleichstellung von Mädchen und Jungen beziehungsweise von Frauen und Männern gehört zu jeder demokratischen Gesellschaft, das heißt, Mädchen und Jungen beziehungsweise Frauen und Männer haben gleiche Rechte und Chancen. Gleichstellung ist ein Gewinn für alle Menschen, weil sie die Gesellschaft gerechter und vielfältiger macht. Sie erhöht die Chance auf einen nachhaltigen wirtschaftlichen Wohlstand und einen schonenden Umgang mit der Umwelt.

Ihr fragt euch vielleicht, was hat dies mit mir zu tun?

Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein unverzichtbarer Faktor für die nachhaltige Entwicklung. Und tatsächlich hat in den vergangenen Jahrzehnten die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen global gesehen Fortschritte gemacht. Doch auch wenn in der Wirtschaft mittlerweile rund 27 der Führungspositionen von Frauen besetzt werden und jedes vierte Mitglied der nationalen Parlamente eine Frau ist, zeigt das gleichzeitig, wie weit wir noch entfernt sind von einer Gleichberechtigung der Geschlechter. Nach dem UN Sustainable Development Goals Index wird es bis 2030 kein einziges Land der Welt schaffen, die angestrebte Geschlechtergleichheit zu erreichen. 
Geschlechtergerechtigkeit kann nicht einfach verordnet werden. Rollenbilder beruhen häufig noch immer auf tradierten Vorstellungen. Um sich davon völlig zu lösen, braucht es wahrscheinlich mehrere Generationen. Aber schon heute wachsen Kinder in Deutschland in der Regel mit einem viel fortschrittlicheren Rollenverständnis auf, als noch vor 50 Jahren, weil zum Beispiel Väter sich viel mehr in die Erziehung einbringen. Gleichzeitig wird die Gleichberechtigung von Frauen nur dann erreicht, wenn jene, die noch immer bevorzugt werden, Teile ihrer Privilegien und Besitzstände abgeben. 
Genau das ist die Grundvoraussetzung zur Erreichung des SDG 5 „Geschlechtergerechtigkeit. Denn männlich geprägte Gesellschaften sind nach wie vor ursächlich für systematische Benachteiligungen von Frauen. Wie kann sich das ändern? 
Grundsätzlich sieht das SDG 5 vor, die Diskriminierung und Ausbeutung und die gegen sie gerichtete Gewalt zu beenden. Wenn auch Maßnahmen etwa gegen die Beschneidung von Frauen sowie die Zwangsverheiratung tendenziell eher Gesellschaften des Globalen Südens betreffen, bedeutet das nicht, dass es in den Industriestaaten diese Probleme nicht gibt; laut Unicef verstärken sie sich durch die Zuwanderung sogar. Und sexuelle Ausbeutung wie etwa Zwangsprostitution sowie Gewalt gegen Frauen im häuslichen Bereich betreffen die industrialisieren Staaten ebenfalls.

Buzzwords

Geschlechter-Klischees

Auf geht’s in eine Welt mit mehr Geschlechtergerechtigkeit!
Wir alle kennen sie: Geschlechter-Klischees. Mädchen sind gut in Deutsch, Jungs sind gut im Sportunterricht. Erkennt ihr diese Stereotypen wieder? Erkennst du dich darin wieder? Hey, eigentlich kann man doch einfach machen was einem Spaß macht, oder?
In Deutschland ist es möglich, dass Jungen Balletttanzen oder Friseur werden und Mädchen in der Fußballnationalmannschaft spielen oder eine Rap-Karriere aufnehmen. Also ist doch alles super, oder? Na ja, wenn du selbst gerne etwas tust oder trägst, was dem anderen Geschlecht zugeschrieben wird, wirst du wissen, dass das manchmal leichter gesagt als getan ist. 
In Deutschland können alle Kinder und Jugendliche Fußball spielen, aber das ist nicht überall auf der Welt so. Im Iran dürfen Mädchen und Frauen erst seit Kurzem bei einem Spiel im Fußballstation zusehen. Wenn sie Fußballspielen, dann nur heimlich in einer Halle. 
Sind in Deutschland alle Menschen gleichberechtigt? Leider nein. Nach einer Studie der Weltbank garantieren nur sechs Länder per Gesetz völlige Gleichberechtigung – Schweden, Belgien, Dänemark, Frankreich, Lettland und Luxemburg. Deutschland ist auf Platz 31. und die USA auf Platz 65. 
Was ist das geschlechtergerechteste Land der Welt? Achtung: Laut dem UN Sustainable Development Goals Index schafft es bis 2030 kein einziges Land, die angestrebte Geschlechtergleichheit zu erreichen. Aber Island belegte 2018 zum zehnten Mal in Folge den 1. Platz des Global Gender Gap Index (Index für Gleichberechtigung). 

Mädchenzentrum

„MZ“ lautet die knackige Abkürzung für das Mädchenzentrum in Eimsbüttel, das montags bis sonnabends Anlaufstelle ist für alle Mädchen in Hamburg ab neun Jahre. Hier gibt es täglich wechselnde Freizeitangebote speziell für Mädchen, das Herzstück der Einrichtung ist das „Mädchencafé, wo es nicht nur Snacks und Getränke gibt, sondern chillen, spielen, Musik hören, reden, lachen, und neue Leute kennenlernen auf dem Programm  – außerdem haben die Mitarbeiter*innen vom MZ immer ein Ohr für Sorgen und Probleme, egal, was einem auf der Seele brennt.

MZ – Mädchenzentrum, Doormannsweg 12, 20259 Hamburg, mo bis fr von 14 bis 19 Uhr, sonnabends 14 bis 16 Uhr. 

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Was denkst du, wie viel Prozent zahlen Frauen beim Kauf von Rasierschaum mehr als Männer? 

33 % 


Tatsächlich ist das Produkt 33 Prozent teurer. Frauen zahlen mehr bei bestimmten Produkten und Dienstleistungen, zum Beispiel beim Friseur. Das hat die Verbraucherzentrale Hamburg ermittelt. Dieses Phänomen heißt „gender pricing“.

Dolle Deerns eV

Der Hamburger Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Mädchen auf ihren Wegen zu begleiten, sie in ihrer Entwicklung zu fördern und ihre Bedürfnisse und Rechte in den Fokus rücken. Anlaufstellen sind zum einen die vier Mädchentreffs im Hamburger Süden: in Neu Allermöhe, Lohbrügge, Kirchdorf-Süd und Harburg für Mädchen im Alter von neun bis 21 Jahren. Dazu kommt die „Mädchen Oase“ im Schanzenviertel, wo sich Mädchen ab sechs Jahren an Umweltprojekten teilnehmen, Computerführerschein machen und mitten in der Stadt an einem Sandstrand plantschen und entspannen können. 

Girls n Boys Day

Der Girls’ Day ist ein bundesweiter Aktionstag, der jährlich stattfindet – 2020 musste er allerdings wegen der Coronakrise ausfallen. Mädchen und Frauen schauen dabei einen Tag in die technische und naturwissenschaftliche Berufswelt, die noch immer überproportional von Männern geprägt wird. Seit 2011 gibt es als Pendant den Boys’ Day. Hier können Jungen in Berufe schnuppern, in denen die Frauen oft in der Überzahl sind. Vor allem sind das soziale Berufe.

Aktionen

  • Diskutiere in deiner Klasse, mit Freunden und deinen Eltern, was typisch weiblich und typisch männlich ist. Ist es heutzutage überhaupt noch so einfach zu sagen? Haben die verstaubten Rollenbilder überhaupt eine Zukunft in einer Welt, die sich immer schneller verändert und ständig neue Möglichkeiten bietet?
  • Schlage für den deutsch-, Musik oder Gesellschaftsunterricht vor einen sexistischen Rap-text zu besprechen und analysiere an welchen Stellen Frauen- und Menschenrechte verletzt werden oder gesetzeswidrig sind!
  • Diskutiert gemeinsam den ernsten Satz des Artikels „Feminism for men“ aus The Baffler„Feminism is going to make it possible for the first time for men to be free.“ und werft dann einen Blick auf diesen Artikel:

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Quellen