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SDG 12 - nachhaltiger Konsum und Produktion
Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

Fakten

Ziel

Die Entwicklung nachhaltiger Konsum- und Produktionsweisen ist das Hauptziel des SDG 12. Dazu zählen die Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung durch effiziente Wertschöpfungsketten, die Förderung der Kreislaufwirtschaft für einen umweltschonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und die Verringerung von Chemieabfällen und anderen Giftstoffen.

Die natürlichen Ressourcen unseres Planeten sind endlich

Wie du weißt basiert alles Leben unserer Erde auf natürlichen Ressourcen. Natürliche Ressourcen wie Erdöl und Metalle sind nicht erneuerbar, das heißt sobald wir sie alle verbraucht haben, sind sie aus der Erde verschwunden. Manche von ihnen können recycelt werden, andere verschwinden für immer. Auch Wälder, fruchtbare Böden, Wasser und die Atmosphäre zählen zu den natürlichen Ressourcen und werden von uns Menschen achtlos verschwendet.

Alles, was wir besitzen, was wir essen und trinken, ist durch natürliche Ressourcen entstanden. Jedes Lebensmittel, jedes Elektrogerät und jedes Kleidungsstück, unsere Möbel und Kosmetikartikel, einfach alles hat in seiner Herstellung erhebliche Mengen von Rohstoffen, Wasser, Elektrizität und Arbeitskraft verbraucht und schädliches Co2 produziert. Die Herstellungsprozesse bleiben für uns jedoch meist unsichtbar – und damit fällt es uns leicht, ungeliebte oder leicht beschädigte Gegenstände und überschüssige Lebensmittel einfach wegzuwerfen.

Reduce, Reuse, Recycle

Das 3R- Prinzip Reduce, Reuse, Recycle – auf Deutsch reduzieren, wiederverwenden, recyceln (oder rezyklieren), ist ein Leitfaden der Abfallwirtschaft, der eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft um Ziel hat.

Reduce – Reduzieren
Der erste Schritt auf dem Weg zur Reduzierung von Ressourcenverschwendung ist die Reduzierung von Müll in unserem täglichen Leben. Besonders der Verzicht auf unnötige Plastikverpackungen, aber auch auf Einmal-Kaffeebecher, Werbeflyer die auf der Straße verteilt werden oder Wegwerf-Tragetaschen, die in Geschäften angeboten werden, kann einen riesigen Unterschied für die Umwelt machen. Außerdem sollten Hersteller darauf achten, weniger unverkäufliche Ware durch Überproduktion zu verschwenden. Reduzieren bezieht sich aber auch auf ein bewussteres, reduziertes Einkaufsverhalten. Anstatt massenhaft günstiger Klamotten empfiehlt es sich, weniger, aber dafür hochwertigere Dinge einzukaufen, an denen man lange Freude hat. Wenn jeder Mensch beim Einkaufen kurz innehalten und sich fragen würde: „brauche ich das wirklich?“, so würde jeder auf lange Sicht weniger Abfall produzieren. Es gäbe also weniger, was wiederverwendet oder recycelt werden müsste. Das macht „Reduce“ zum wichtigsten der drei Rs.

Reuse – Wiederverwenden
Seit der Industriellen Revolution hat sich die Menschheit zu einer Wegwerfgesellschaft entwickelt. Viele Produkte sind so produziert, dass sie kurzlebig oder Einweg-Produkte sind. Mit dem Verbot von Einwegartikeln wie Plastikteller und -besteck, Strohhalmen, Luftballonstäben etc. hat Europa einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht, jedoch werden noch immer viel zu viele Kleidungsstücke, Elektrogeräte, Möbel etc. weggeworfen, wenn sie nicht mehr modern genug oder leicht beschädigt sind. Würden mehr Menschen gebrauchte Gegenstände kaufen, Defektes reparieren lassen oder Alltagsgegenstände umfunktionieren (beispielsweise leere Glasbehälter zur Aufbewahrung in der Küche oder ausgediente Schiffscontainer als Büroräume),blieben viele Ressourcen länger im Umlauf, anstatt auf dem Müll zu landen. Dadurch gäbe es weniger zu recyceln.

Recycle – Recyceln
Das dritte R ist nicht weniger wichtig als die beiden anderen, es nimmt nur einen kleineren Teil im Umgang mit den natürlichen Ressourcen ein, da es durch das Reduzieren von Abfall und das Wiederverwenden von Gegenständen reduziert werden kann.
Recyceln, das heißt Rohstoffe im Sinne der Kreislaufwirtschaft getrennt entsorgen und so aufbereiten, dass sie nicht verloren gehen sondern zum Teil wiederverwendet und in die Produktion von neuen Gebrauchsgegenständen eingeführt werden können. Zwar kann nicht alles, was durch die Mülltrennung ordentlich entsorgt wird, recycelt werden, jedoch bleibt ein Teil der Rohstoffe im Kreislauf erhalten, wodurch weniger neue Stoffe abgebaut oder hergestellt werden müssen. Das schont die Umwelt und das natürliche Gleichgewicht unseres Planeten.

Buzzwords

Die Energiewende

Bis heute wird der Hauptanteil der global genutzten Energie durch die Verbrennung von fossilen Stoffen oder durch Atomkraftwerke erzeugt. Da durch die wachsende Bevölkerung, rasante Entwicklung in Ländern wie Indien und China und die Verbreitung und Weiterentwicklung immer neuer Technologien aber der Energiebedarf stetig steigt, wird die Nachfrage nach erneuerbaren Energien in Bezug auf Strom, Wärme und Fortbewegung immer größer.

Die Energiewende ist der Übergang von fossiler und atomarer Energie hin zur erneuerbaren Energie. Die deutsche Regierung hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 bis zu 95 Prozent aller Energie aus erneuerbaren Quellen zu schöpfen und damit die Treibhausgasemission drastisch zu senken. Schon heute sind rund 43 Prozent aller genutzten Energien erneuerbar. Doch was genau sind erneuerbare Energien?

Im Gegensatz zu nicht erneuerbaren Energiequellen wie Kohle und Erdöl, die verbrannt werden wodurch Kohlendioxid erzeugt wird, das der Umwelt schadet und die Erderwärmung beschleunigt, sind erneuerbare Energien endlos verfügbar und viel schonender zur Umwelt. 

Natürliche Wärme, die in der Erdkruste gespeichert ist und über Pumpen an die Oberfläche geholt wird, nennt man Erdwärme. Sie ist unerschöpflich und eine umweltschonende Alternative zum Heizen mit Öl oder Gas, kann aber auch zum Kühlen und zur Erzeugung von Elektrizität genutzt werden.

Die wichtigste erneuerbare Energie in Deutschland ist Energie aus Biomasse. Sie macht rund 70 Prozent der gewonnenen erneuerbaren Energie im Land aus. Strom, Wärme und Treibstoff werden aus flüssiger, fester oder gasförmiger Biomasse gewonnen. Zu Biomasse gehören natürliche Stoffe wie Holz und Mais, Tierdung, kompostierbare Pflanzenstoffe, Klärgase, Klärschlamm und andere biologisch abbaubare Stoffe. Da diese Stoffe zwar in einem steten Kreislauf, jedoch nur begrenzt verfügbar sind, wird der prozentuale Anteil an der gesamten generierten Energie zukünftig sinken. Gegner der Bioenergie bemängeln, dass wertvolle landwirtschaftliche Nutzfläche für den Anbau von Energiepflanzen wie Mais genutzt wird und dass Bäume, die ja CO2 aus der Luft filtern, gefällt werden, um durch Bioenergie CO2 zu verhindern.

Die Wasserkraft wurde schon vor der Industrialisierung genutzt, um Mühlen und Sägewerke anzutreiben. Diese alte Form der Energiegewinnung wird – natürlich extrem weiter entwickelt – heute hauptsächlich zur Erzeugung von Strom genutzt. Wasserkraftwerke sind Staudämme, die Unmengen von Wasser aufstauen und durch diesen Eingriff in die Natur nicht nur umliegende Siedlungen bedrohen oder ganz vertreiben, sondern auch das Ökosystem verändern. Manche Fischarten gelangen nicht mehr zu ihren Laichplätzen, Nebenflüsse der gestauten Flüsse überfluten Landstriche, unterhalb des Staudamms trocknen die Flussmündungen aus. Die Wasserkraft ist somit eine effiziente und CO2-freie, aber trotzdem umstrittene Energiequelle.

Windenergie wird mit Hilfe von Segeln und Windrädern schon lange genutzt. Die Windräder, die heutzutage aber Wind in Strom umwandeln, sind hochmodern und stecken voller raffinierter Technik. Sie werden sowohl an Land als auch im Wasser in Offshore-Windanlagen installiert und sind eine schnell zu installierende und (wenn genug Wind weht) zuverlässige Stromquelle. Jedoch haben sie auch viele Gegner die kritisieren, dass die Windkraftwerke zu laut sind, dass sie eine Gefahr für Vögel und Fledermäuse darstellen und dass sie die empfindlichen Hörorgane von Meerestieren stören, wenn sie lautstark in den Meeresboden gerammt werden.

Die Sonne schenkt allem Leben auf unserer Erde Energie. Durch sogenannte Solarzellen aus Silizium wird das Sonnenlicht in Strom umgewandelt, der direkt verbraucht, in Batterien gespeichert oder umgewandelt und ins öffentliche Netz gespeist werden kann. Dieser Vorgang nennt sich Photovoltaik. Damit die Solarenergie optimal genutzt werden kann, müssen die Solarzellen im direkten Sonnenlicht stehen. Nachts oder bei bewölktem Wetter produzieren sie keinen oder nur sehr wenig Strom. Nicht nur Energielieferanten nutzen diese Solarzellen, sondern auch Privathaushalte, die ihr Haus mit ihrem eigenen Solarstrom versorgen und Überschüsse sogar über das öffentliche Stromnetz verkaufen können. Große Solaranlagen sind häufig in trockenen, sehr heißen Regionen zu finden, da sie dort am effizientesten funktionieren. Da sie aber stets sauber gehalten werden müssen, verbrauchen sie auch eine große Menge an Wasser.

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  • SDG 01 - Keine Armut
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  • SDG 16 - Frieden Gerechtigkeit und starke Institutionen
  • SDG 17 - Partnerschaftlich zur Erreichung der Ziele

Quellen

Weiterführende Links

Du möchtest ein Zeichen setzen für faire Arbeitsbedingungen, gleiche Rechte für Menschen auf der ganzen Welt, für eine gesunde Umwelt und gegen die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen? Wenn wir alle nur auf Kleinigkeiten achten würden, wäre dies schon ein großer Schritt in die richtige Richtung. Im Supermarkt nicht die Gurke zu nehmen, die einzeln in Plastik verpackt ist, zu Hause den Müll gewissenhaft zu trennen und leere Batterien in eine geeignete Sammelbox werfen – scheinbar nebensächliche Dinge, auf die jeder im Alltag achten kann. In den Geschäften kennzeichnen verschiedenste Siegel Produkte, die geprüft und regelmäßig kontrolliert werden. Wenn du noch mehr für die Menschen und die Umwelt tun willst, wirf doch mal einen auf die folgenden Siegel und informiere dich über die vielen Möglichkeiten, einen Unterschied zu machen:

Das Fair Trade Siegel kennzeichnet alle Produkte, die teilweise oder komplett aus fair angebauten und verarbeiteten Rohstoffen bestehen

Das Bio-Siegel kennzeichnet Produkte, die aus biologischem, umweltschonendem Anbau stammen.

Der Blaue Engel kennzeichnet besonders umweltschonende Produkte.

Das BLUESIGN Siegel kennzeichnet fair und nachhaltig produzierte Textilien.

Dieses Label kennzeichnet in der gesamten Europäischen Union Produkte und Dienstleistungen, die besonders umweltschonend sind.

Das europaweit gültige Label zeigt an, wie energieeffizient ein elektronisches Gerät ist.

Das FSC Label für Holzprodukte zeigt an, dass nur Holz aus nachhaltigem, kontrolliertem Anbau genutzt wurde.

Dieses Label signalisiert dir, dass ein Kleidungsstück zu mindestens 70 Prozent aus biologisch angebauten Stoffen hergestellt wurde und dass in der Herstellung soziale, ökologische und ökonomische Standards eingehalten wurden.

Der Grüne Knopf steht für nachhaltig hergestellte Textilien.

Das Label für nachhaltige Fischerei.

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Siegeln, die ökologische Reisen und Unterkünfte auszeichnen. Hier findest du einen Überblick über die wichtigsten international und national anerkannten Siegel: